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Ruf des Cthulhu
Die Filme der Zwanziger Jahre - eine Spielhilfe

In den goldenen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eroberte ein neues Massenmedium die Bevölkerung, das Kino. Filme wurden nicht nur im californischen Hollywood gedreht, sondern natürlich auch in Deutschland, hauptsächlich in Babelsberg vor den Toren der Hauptstadt Berlin. Diese damals wie heute faszinierende Welt der Stars und Sternchen, der Filmdiven und überdrehten Regisseure, können ein einzigartiger Hintergrund für ein Cthulhu-Abenteuer sein. Dies zeigt bereits das erstklassige Abenteuer Der tanzende Faun im Berlin-Quellenbuch.
Um den interessierten Spielleiter etwas mehr Hintergrundinformationen zur Filmgeschichte der 1920er Jahre zu geben, habe ich hier die wichtigsten Filme kurz vorgestellt. Auch wenn ein Abenteuer nicht in den Filmstädten der 20er Jahre spielen soll, so können die Informationen doch eine Bereicherung des nächsten Spielabends bringen. Haben sie die Charaktere schon mal ins Kino geschickt???
Vielen Dank an die Seite www.zwanziger-jahre.de, von der ein Großteil der hier zusammen getragenen Informationen stammen.

 

Das Filmplakat

Filmplakate arbeiten die Ikonographie eines Films heraus, sie werden zu seinem Markenzeichen. Das Plakat interpretiert den Film, bringt ihn auf eine Formel, ist die bildliche Entsprechung zur Titelgebung. Plakate in Zwanziger Jahren wurden von Gebrauchsgrafikern ihrer Zeit entworfen, von Künstlern wie Robert L. Leonard, Theo Matejko, Josef Fenneker, Werner Graul, Heinz Schulz-Neudamm und Peter Pewas. Ihre Werke sind wie die Filme, für die sie werben sollen in den zwanziger Jahren von den zeitgenössischen Stilrichtungen Expressionismus und Neue Sachlichkeit beeinflusst. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 kontrollierte der Staat allmählich die gesamte deutsche Filmproduktion.

 
Die Filme

Madame DubarryMadame Dubarry (Deutsches Reich 1919) - Regie: Ernst Lubitsch
Nur einen Monat nach der Verkündigung der Weimarer Reichsverfassung wurde am 18. September 1919 das größte Berliner Lichtspielhaus, der Ufa-Palast am Zoo, feierlich eröffnet. Anlass war die Premiere des Filmes "Madame Dubarry" von Ernst Lubitsch. Die Simultanität von Fiktion und Realität war bei diesem Film verblüffend. Während Lubitsch die Revolutionsszenen im Garten des Schlosses Sanssouci drehte, kam es in den Straßen Berlins täglich zu Demonstrationen. Die Projektion der Ereignisse der deutschen Novemberrevolution auf einen vermeintlich historischen Stoff war von der 1917 gegründeten Ufa, die von einer wertkonservativen Programmatik bestimmt war, durchaus beabsichtigt und erwünscht.

Der GolemDer Golem, wie er in die Welt kam (Deutsches Reich 1920) - Regie: Paul Wegener
In der mittelalterlichen Atmosphäre von Prag - die Bauten in Tempelhof errichtete Hans Poelzig - spielt Paul Wegeners phantastischer Film "Der Golem, wie er in die Welt kam", der am 29. Oktober im Ufa-Palast am Zoo uraufgeführte wird. Wegener selbst spielt die Rolle des Golem. Das von einem mit Magie und schwarzer Kunst vertrauten Rabbi (Albert Steinrück) aus Lehm geschaffene lebendige Wesen wird in die Ereignisse im Judenghetto von Prag verwickelt. In weiteren Rollen spielen Lyda Salmonova, Otto Gebühr, Lothar Müthel, Ernst Deutsch und Loni Nest. Der Film schildert quasi die Vorgeschichte des 1914 entstandenem Films "DER Golem" von Henrik Galeen und Paul Wegener.

Das Cabinett des Dr. CaligariDas Cabinett des Dr. Caligari (Deutsches Reich 1920) - Regie: Robert Wiene
Werner Krauß spielt in diesem ersten expressionistischen Film Dr. Caligari, den Leiter eines Irrenhauses. Dieser bedient sich, so erzählt es ein Insasse der Anstalt, des Somnabulen Cesare (Conrad Veidt), um die Stadt durch Ermordung in Angst und Schrecken zu versetzen. Dr. Caligari verkörpert mit seiner kleinwüchsigen und unheimlich wirkenden Gestalt eine autoritäre Macht. Im "Cabinett" wird die Wirklichkeit bereits in dem Geiste des Erzählers verzerrt, der Expressionismus setzt bei der Erzählerfigur ein. Dieser "andere" Wahrnehmungsstandpunkt wird jedoch erst gegen Ende des Film offenkundig, als die Tätigkeiten des Dr. Caligari als Phantastereien eines seiner Insassen, des Erzählers, enttarnt werden.

ZorroDas Zeichen des Zorro / The Mark of Zorro (USA 1920) Regie: Fred Niblo / Douglas Fairbanks
In dem Mantel- und Degenfilm "Das Zeichen des Zorro" schildern Fred Niblo (Regie) und Douglas Fairbanks (Produktion und Regie) die Geschichte eines Adligen (Douglas Fairbanks), der in der Zeit um 1820 in der Maske eines geheimnisvollen Mannes namens Zorro gegen das Kolonialregime im spanisch beherrschten Kalifornien kämpft. "Das Zeichen des Zorro" wird zum Vorbild für zahlreiche späteren Zorro-Filme in den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Spanien. Die Fortsetzung des erfogreichen Films, im Jahr 1925 unter dem Titel "Don Q" uraufgeführt, findet jedoch nicht den gleichen Beifall des Publikums wie der erste Film.

Der müde TodDer müde Tod (Deutsches Reich 1921) Regie: Fritz Lang
Ein deutsches Volkslied in sechs Versen - Großen Erfolg im In- und Ausland hat Fritz Lang mit dem Film "Der müde Tod", der am 7. Oktober 1921 im Berliner Mozartsaal uraufgeführt wird. In technisch und Künstlerisch vollendeter Bildsprache erzählt Lang die romantisch-tragische Geschichte einer Frau (Lil Dagover), die mit dem Tod (Bernhard Goetzke) um das Leben ihres Mannes (Walter Janssen) ringt und diesen Kampf verliert.
Das Kind / The KidDas Kind / The Kid (Großbritannien 1921) mit: Charles Chaplin
"Das Kind", der autobiographisch gefärbte erste Langfilm des Briten Charlie Chaplin, der seit 1914 in den USA lebt, wird einer der größten Kassenschlager der Stummfilmzeit. Romantisierend und nicht ohne Sentimentalität wird die Geschichte eines Vagabunden (Chaplin) erzählt, der mit einem kleinen Jungen (Jackie Coogan) in den Londoner Slums zu überleben sucht. Der Film wird am 6. Februar uraufgeführt.
Das Bleichgesicht / The Paleface (USA 1921) mit: Buster Keaton
"Das Bleichgesicht" zählt zu den berühmtesten Stummfilmkomödien von und mit Buster Keaton. Er spielt einen Mann, der bei der Schmetterlingsjagd von Indianern gefangen genommen und an den Marterpfahl gebunden wird, jedoch entkommen kann. Bei der nächsten Schmetterlingsjagd trägt er einen Asbestanzug, fällt wieder in die Hände der Indianer und wird an den Marterpfahl gebunden. Als die Indianer sehen, dass ihm das Feuer nichts anhaben kann, ernennen sie das Bleichgesicht zum Ehrenhäuptling. In dieser Funktion kämpft Buster Keaton mit den Indianern erfolgreich gegen eine Ölgesellschaft, die die Indianer von ihrem Land vertreiben will.
Fridericus RexFridericus Rex (Deutsches Reich 1922) Regie: Arzen von Cserépy
Am 31. Januar werden die beiden ersten Teile des Films "Fridericus Rex" im Ufa Palast in Berlin uraufgeführt (Teil 3 und 4 kommen 1923 in die Kinos). Der Film, der das Leben des preußischen Königs Friedrich II. (Otto Gebühr) schildert, wird wegen seiner nationalistischen Tendenz vom Publikum begeistert aufgenommen.
Dr. MabuseDr. Mabuse, der Spieler (Deutsches Reich 1922) Regie: Fritz Lang
Uraufführung 27.04.1922 Berlin, Ufa Palast. Der große Spieler ist ein Bild der Zeit. Der zweite Teil "Inferno" ist eine Spiel um Menschen unserer Zeit. Dr. Mabuse, dargestellt von Rudolf Klein-Rogge, ist ein machtversessener Psychiater, der mit Hilfe seiner hypnotischen Fähigkeiten die Menschen zum Werkzeug seiner Verbrechen macht. Verfolgt von einem aufwändigen Militäraufgebot und den Geistern seiner Opfer endet der Verbrecher im Wahnsinn. Grundthema des Films ist die Furcht und die schicksalhafte Gewalt als Ausdruck eines sich unabdingbar vollziehenden Schicksals. Die Parallele zur deutschen Nachkriegswirklichkeit ist beabsichtigt.
NosferatuNosferatu - Eine Symphonie des Grauens (Deutsches Reich 1922) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
In Berlin findet am 5. März 1922 die Uraufführung des expressionistischen Films "Nosteratu - Eine Symphonie des Grauens" statt. Das Drehbuch entstand nach Motiven des Romans "Dracula" von Bram Stoker. Der Horrorfilm schildert die Geschichte des Vampirs Nosferatu (Max Schreck), der die Pest nach Bremen einschleppt. Nur das Selbstopfer eines Mädchens (Greta Schröder) rettet die Stadt. Die bedrohliche Atmosphäre des Films entsteht u.a. durch Negativbilder und veränderte Aufnahmegeschwindigkeit. Der Film zeigt eine unheimliche Welt, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.
PhantomPhantom (Deutsches Reich 1922) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Aus Anlass des 60. Geburtstags von Gerhart Hauptmann am 15. November 1922 wird im Rahmen einer Feier zu Ehren des Dichters am 13. November im Berliner Ufa-Palast am Zoo der nach Motiven eines Romans von Hauptmann entstandenen Film "Phantom" von Friedrich Wilhelm Murnau uraufgeführt. Erzählt wird die Geschichte eines in ärmlichen Verhältnissen lebenden Mannes (Alfred Abel), der sich in ein leichtlebiges Mädchen (Lya de Putti) verliebt, weil es einer Frau ähnlich sieht, die er liebt, die aber für ihn unerreichbar ist. Für dieses Mädchen wird er zum Betrüger. Im Gefängnis schreibt er alles nieder, um von seiner Leidenschaft geheilt zu werden.
Robin HoodRobin Hood (USA 1922) Regie: Allan Dwann
Das mit riesigem Aufwand in Hollywood inszeniere Monumentalepos "Robin Hood" von Alan Dwann gilt als der Film, auf den sich alle späteren Ritterfilme beziehen. Douglas Fairbanks schrieb das Drehbuch und spielt die Titelrolle als der "edle Räuber", der die Reichen verfolgt und den Armen hilft.
Die NibelungenDie Nibelungen (Deutsches Reich 1923) Regie: Fritz Lang
In eindrucksvoller Bildsprache schuf Fritz Lang den ersten Teil der Nibelungen, "Siegfrieds Tod", und im folgenden Jahr den zweiten Teil, "Kriemhilds Rache". Das Nibelungenlied, das durch die Bearbeitungen des 19. Jahrhunderts bereits zum Nationalepos der Deutschen erhoben wurde, erfuhr in dieser Verfilmung eine filmische Adaption von Rang.
Das WachsfigurenkabinettDas Wachsfigurenkabinett (Deutsches Reich 1924) Regie: Paul Leni
Paul Leni inszeniert in diesem Film, der am 13. November 1924 im Berliner Ufa-Theater am Kurfürstendamm uraufgeführt wurde, die Geschichte eines jungen Dichters (Wilhelm Dieterle), der für den Besitzer eines Wachsfigurenkabinetts spannende Geschichten über einzelne Figuren der Sammlung schreiben soll. In den drei in diese Rahmenhandlung eingeschalteten Episoden - einmal zur Zeit des Kalifen Harun Al Raschid (Emil Jannings), dann während der Herrschaft Iwans des Schrecklichen (Conrad Veidt) und schließlich im Milieu von Jack the Ripper (Werner Krauss) - spielen er und die Tochter (Olga Belajeff) des Kabinettbesitzers ein Liebespaar.
Der letzte MannDer letzte Mann (Deutsches Reich 1924) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Mit der psychologischen Filmtragödie "Der letzte Mann", die am 23. Dezember 1924 im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt wird, löst sich Murnau von seinem naturalistischen Frühstil und findet zu einer expressionistisch beeinflussten Sachlichkeit. Geschildert wird der psychische Zusammenbruch eines alternden Mannes (Emil Jannings), der vom Hotelportier zum Toilettenwärter degradiert wird. Der Stummfilm, der mit einem einzigen Zwischentitel auskommt, erregt u.a. wegen seiner beweglichen Kameraführung weltweit Aufsehen und begründet das internationale Ansehen des Regisseurs. Er gilt als einer der bestinszenierten und technisch revolutionärsten der Zeit.
TartüffTartüff (Deutsches Reich 1925) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Emil Jannings spielt die Titelrolle in F.W. Murnaus Stummfilm "Tartüff", der nach der gleichnamigen Komödie von Molière gedreht wurde. Werner Krauss ist als Orgon, Lil Dagover als Elmire und Lucie Höfliche als Dorine zu sehen. Der Film wird am 25. januar 1926 in Berlin uraufgeführt.
Die freudlose GasseDie freudlose Gasse (Deutsches Reich 1925) Regie: G.W. Pabst
Als schockierend empfindet das Publikum G. W. Pabst Schilderung von Spekulantentum, Verbrechen, Prostitution und Elend im Wien der Inflationszeit. Der Stummfilm, der im Mai 1925 in Berlin uraufgeführt wurde, wird in Großbritannien verboten und kann in Österreich, Frankreich und Italien nur in einer gekürzten Fassung gezeigt werden. Die noch unbekannte Greta Garbo spielt die Tochter eines pensionierten Hofrats, der durch Spekulation sein ganzes Vermögen verloren hat. Asta Nielsen ist als Straßenmädchen zu sehen, Valeska Gert als Bordellmutter, und Werner Krauss spielt einen Metzger, der seine Machtstellung als Händler ausnutzt und dem sich verzweifelten Mütter für ein Stück Fleisch hingeben.
Wege zu Kraft und SchönheitWege zu Kraft und Schönheit - Ein Film über moderne Körperkultur (Deutsches Reich 1925) Regie: Wilhelm Prager
In Berlin wird am 16. März 1925 der Freikörperkulturfilm von Wilhelm Prager uraufgeführt. Der Film soll zeigen, "wie die höhere und ungefangene Anschauung der menschlichen Nacktheit siegreich triumphiert über das Übel der dunkleren Triebe im Sinnenvorgang". für diese "unbefangene Anschauung" wirbt er mit harmonischen Bildern von schönen Körpern bei Gymnastik, rhythmischen Tanz und Badefreuden in römischen Thermalbädern. Dieser Ufa-Film, der das Prädikat "Volksbildend" erhält, ist zugleich ein Propagandafilm für körperliche Ertüchtigung, d.h. Wehrfähigkeit.
Der GoldrauschDer Goldrausch / The Gold Rusch (USA 1925) Regie: Charlie Caplin
"Der Goldrausch" zählt zu den Höhepunkten von Charlie Chaplins frühem Filmschaffen. Chaplin, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einem, ist in der bekannten Rolle des Trampers zu sehen, doch diesmal nicht in der Stadt, sondern als Goldsucher in der Eiswüste Alaskas, Chaplin selbst wertet diesen Film, dessen Produktionskosten die astronomische Summe von 800 000 Dollar verschlungen haben, als eine Art Vermächtnis. Zahlreiche Szenen gehen in die Filmgeschichte ein, so z.B. die Schulmalzeit mit Schuhbändern als Spaghettibeilage, der Brötchentanz, die auf dem Bergabhang kippende Blockhütte.
MetropolisMetropolis (Deutsches Reich 1926/27) Regie: Fritz Lang
"Metropolis" ist der aufwendigste und teuerste Film der von der UFA jemals produzierte wurde. Er zeichnet das visionäre Bild einer Zukunftsstadt, die in eine Ober- und eine Unterwelt geteilt ist. Der Herrscher von Metropolis ist der Industrielle Joh Fredersen. Er erkennt die drohende Gefahr aus der Unterwelt und ersinnt eine Rebellion als Vorwand für die endgültige Unterwerfung der Arbeiter. Tatsächlich erliegen diese der Täuschung in Form eines Roboters. Freder, der Sohn des Industriellen, und das Mädchen Maria predigen jedoch die Allmacht der Liebe und der Partnerschaft, einen gemeinsamen Glauben der Ober- und Unterwelt, und versöhnen so "Hand" und "Hirn" der Stadt.
FaustFaust (Deutsches Reich 1926) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Die Filmdekors erinnern an den 1920 entstandenen Film "Golem". Murnau setzt Lichter, Bewegungen und Reflexionen in seinem Film ein. Eine ausgearbeitete Hell-Dunkelkomposition bestimmt den Film. Der Film hatte in Berlin am 14. Oktober 1926 im Ufa-Palast am Zoo Premiere, in Wien am 5. November des Jahres.

Büchse der PandoraDie Büchse der Pandora (Deutsches Reich 1928) Regie: G.W. Pabst
Die Büchse der Pandora, mit Luise Brooks in der Hauptrolle, ist die zweite deutsche Verfilmung von Frank Wedekinds "Lulu"-Tragödie, den zwei Bühnenstücken "Der Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora". Gezeigt werden Aufstieg und Fall der faszinierende Lulu, die Wedekind als "das wahre Tier", das wilde, schöne Tier, bezeichnet. "Die Büchse der Pandora" gilt als Meisterwerk der Erotik im deutschen Stummfilm. Weitere Lulu-Verfilmungen sind "Erdgeist" von Leopold Jessner mit Asta Nielsen in der Titelrolle (1923), "Lulu" von Rolf Thiele mit Nadja Tiller (1962) und "Lulu" von Walerian Borowczyk mit Anne Bennent.

Tagebuch einer VerlorenenTagebuch einer Verlorenen (Deutsche Reich 1929) Regie: G.W. Pabst
Die Handlung des Stummfilms nach dem gleichnamigen Roman von Margarete Böhme, uraufgeführt am 15. Oktober in Berlin mit Louise Brooks in der Titelrolle, ist reine Kolportage. G.W. Pabst macht daraus ein Qualitätsprodukt, das neben "Die Büchse der Pandora" zu den Meisterwerken der Erotik im deutschen Stummfilm zählt. Thymian (Louise Brooks), die Tochter eines Apothekers, wird von einem Angestellten (Fritz Rasp) verführt und bekommt ein Kind. Als der Vater sie verstößt, sie in einem Erziehungsheim sadistisch gequält wird und das Kind stirbt, macht sie in einem zwielichtigen Restaurant als Kokotte Karriere. Das Vermögen, das sie von ihrem Vater erbt, schenkt sie ihrer kleinen Schwester, um sie vor demselben erniedrigenden Schicksal zu bewahren, ihr Verlobter begeht daraufhin Selbstmord.
 
 
22.04.2007 © www.virtualtwilight.de