Rezension
Cthulhu - Arcana Cthulhiana |
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Es gibt wohl kein Rollenspiel, dass ohne ein eigenes Magiebuch
auskommt. So gesehen verwundert es im ersten Moment nicht, dass
mit Arcana Cthulhiana nun auch ein eigenes Magiebuch zum Cthulhu-Rollenspiel
vorliegt. Die Magie im Cthulhuversum ist aber etwas anders gestrickt
als bei einschlägigen Fantasy-Rollenspiele: keine schnellen
Kampfzauber, keine Zauber zur Verbesserung der Wahrnehmung oder
der körperlichen Fähigkeiten, sondern eine auf Rituale
und Beschwörungen aufgebaute Magie, die zudem eher den bösen
NSCs vorbehalten ist als den Spielern selbst. Braucht man dafür
ein eigenes Magie-Buch?
Genau dies war wohl auch die zentrale Frage von Jan Christoph
Steines und seinem Team als sie das Konzept zu Arcana Cthulhiana
entwickelten. Im einleitenden Abschnitt wird daher auch gleich
klar gestellt, dass die Magie im Cthulhu-Rollenspiel dem Plot
selbst dient, und nicht nur Mittel zum Zweck ist. Der Spielleiter
muss die komplette Andersartigkeit dieser rituellen Magie beschreiben,
denn sie ist selbst Ausdruck des cthulhoiden Horrors.
Der erste große Abschnitt des Buches befasst sich mit Magie
und Religion, sowie Riten und Glauben der verschiedensten Kulturkreise
dieser Erde. Auf angenehm verständliche Weise werden Erkenntnisse
aus der Anthropologie vermittelt, sowie kurz in die mittelalterliche
Magie, in Voodoo und Kabbala eingeführt. Als besonders lesenswert
empfand ich den Teil über Magie und Schamanismus in der Geschichte
der Völker, der als Briefwechsel (fiktiver?) Professoren
verfasst wurde.
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Der zweite und mit Abstand größte Abschnitt ist das
Grimoire des Mythos, eine Sammlung aller (?) cthulhoiden Zaubersprüche.
Hier stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit dieser Zusammenstellung,
da es ja bereits eine ähnliche Aufstellung im Spielleiter-Handbuch
gibt. Nur wenige neue Zaubersprüche sind hinzu gekommen,
die dann aber vermutlich auch in der zweiten Edition des Spielleiter-Handbuches
zu finden sein werden. Die Texte im Arcana Cthulhiana sind allerdings
zum Teil etwas ausführlicher und auch verständlicher
geschrieben, auch einige Hinweise zu den grausamen Ritualen sind
hilfreich, aber wirklich neue Erkenntnisse führen sie nicht
zu Tage.
Den Abschluss des Buches bildet schließlich ein kurzer
Abschnitt darüber, wie man selbst cthulhoide Zaubersprüche
entwickelt und um sie herum ein ganzes Abenteuer strickt, sehr
stimmungsvoll mit Zeitungsausschnitten und Briefen untermalt,
sowie ein kurzer Essay über die Wiedersprüche in der
Magie.
Alles in allem hat mich Arcana Cthulhiana nicht vollständig
überzeugt. Der erste Teil über Magie und Okkultismus
mit seinen vielen Informationen aus der Anthropologie und Ethnologie
ist äußerst lesenswert und versorgt den Interessierten
mit vielen neuen Erkenntnissen. Das enthaltene Grimoire hingegen
bietet nur wenig Mehrwert gegenüber dem Spielleiter-Handbuch.
Wer also wirklich tiefer in die Magie des Cthulhu-Mythos eintauchen
will, der sollte sich mit Arcana Cthulhiana befassen. Allen anderen
rate ich davon ab, zumal man wohl kaum das Buch dazu benutzen
wird während der Spielsitzung nach Zaubersprüchen zu
blättern, wie man es von anderen Rollenspielen vielleicht
gewöhnt ist.
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| Diese Rezension wurde von Christoph Brandt geschrieben
und erscheint auch bei www.reich-der-spiele.de
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