Rezension
Cthulhu - Waffenhandbuch |
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Mit dem Quellen- und Abenteuerband Niemandsland Grabenkrieg
und Heimatfront legt der Verlag erneut eine deutsche Eigenproduktion
von außerordentlicher Qualität vor. Der Erste Weltkrieg,
oder besser der Große Krieg, wie er damals noch
hieß, war das einschneidende Erlebnis für Cthulhu-Charaktere
der 1920er-Jahre. Im Grundregelwerk wird das Thema aus Platzgründen
leider nur am Rande aufgegriffen, so gesehen hat es durchaus Sinn,
einen eigenen Quellenband zu dieser Epoche herauszubringen.
Das knapp 260 Seiten umfassende Werk kommt wie gewohnt im soliden
Hardcover daher und enthält zahlreiche Bilder, Briefe, Tagebuch-
und Mythosbuchauszüge, allesamt individuell gestaltet. Schade
nur, dass man diesmal auf das Lesebändchen verzichtet hat,
aber dies sei bei der ansonsten guten Qualität des Bandes
verziehen.
Inhaltlich teilt sich der Band in drei große Abschnitte
auf. Der erste Abschnitt widmet sich dem Hintergrund und Verlauf
des Ersten Weltkriegs. So wird der Weg des Deutschen Reichs in
den Krieg beschrieben, gefolgt von einem Abriss des allgemeinen
Kriegsverlaufs. Es folgen detaillierte Darstellungen der wichtigsten
Kriegsschauplätze sowie ein Blick an die Heimatfront. Den
Abschluss des Kapitels bildet der Versailler Vertrag, gefolgt
von den Folgen des Krieges für die Länder in Europa.
Unterbrochen werden die Darstellungen immer wieder von Auszügen
aus Feldpostbriefen oder Soldatenliedern, die den Blick des einfachen
Soldaten auf die Geschehnisse verdeutlichen.
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Im zweiten Abschnitt des Quellenbandes geht es um Charaktere
im Krieg. Die Charaktererschaffung wird erweitert, sodass
der Erste Weltkrieg als Hintergrund für Charaktere im klassischen
Cthulhu-Setting der 1920er-Jahre genutzt werden kann. Der Kriegsalltag
für den normalen Soldaten wird dargestellt genauso wie dessen
Ausrüstung: das Handwerkszeug des Todes. Es folgen
neue Regelmechanismen um ganze Schlachten, Sturmangriffe oder
Artilleriebeschuss regeltechnisch erfassen zu können. Abschließend
gibt es dann noch mehrere Seiten Tipps und Tricks, wie man Kriegsängste
und das Grauen des Krieges am Spieltisch darstellen kann.
Den letzten Abschnitt bilden schließlich drei Abenteuer
die im Ersten Weltkrieg spielen. Das Abenteuer Schwarzer
Sand von Sebastian Weitkamp beginnt am Vorabend des Großen
Krieges. Auf der Suche nach dem Auslöser einer mysteriösen
Krankheit reisen die Charaktere in die deutsche Kolonie Deutsch-Südwest,
das heutige Namibia. Dort angekommen bricht in Europa der Krieg
aus und die Charaktere müssen sich auf der Suche nach uralten
Schrecken mit Kolonialbeamten und Schutztruppen auseinander setzen.
Im zweiten Abenteuer, Ein Sommernachtsalptraum von
Oliver Adam und Uwe Weingärtner, finden sich die Charaktere
als junge Offiziere mitten in der Sommer-Schlacht wieder, um die
Häufung von Desertationen und Selbstmorden an einem bestimmten
Frontabschnitt zu untersuchen. Das Abenteuer greift auf die im
Quellenteil eingeführten Regeln zurück und zeigt exemplarisch
wie der cthulhoide Schrecken mit dem vom Menschen verursachten
Terror und Horror des Grabenkrieges verschmelzen kann. Ein Highlight
des Quellenbandes.
Das dritte Abenteuer, Wir fahren gen Engeland von
Ralf Sandfuchs, führt die Charaktere gegen Ende des Ersten
Weltkrieges in Hamburg zusammen. Hier entwickelt die kaiserliche
Marine ein neues Luftschiff, das den Sieg bringen soll. Doch bei
einem ersten Testflug gegen England wird klar, dass ein uraltes
Grauen am Bau beteiligt ist.
Mit Niemandsland ist dem Verlag erneut ein überzeugender
Band gelungen. Die Informationen zum Ersten Weltkrieg sind umfangreich
und sehr solide. Die Regelerweiterungen erschließen ein
neues Setting für Cthulhu, das darüber hinaus den Charakteren
der klassischen 1920er-Jahre mehr Tiefgang verleiht.
Die drei Abenteuer decken dabei sehr unterschiedliche Aspekte
des Krieges ab, wobei das Abenteuer Sommernachtsalptraum
den stärksten Bezug zum Quellenteil nimmt und hervorragend
zeigt, dass die Zeit 1914 bis 1918 einen erstklassigen Hintergrund
nicht nur für cthuloiden Schrecken bildet.
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| Diese Rezension wurde von Christoph Brandt geschrieben
und erscheint auch bei www.reich-der-spiele.de
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ist ein unabhängiges Spiele-eZine, das Brett-, Karten-, Tabletop-
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