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Was viele nicht wissen, aber London kann für sich in Anspruch
nehmen, Europas Hauptstadt für klassische Musik zu sein.
So ist sie doch die
Heimal von nicht weniger als fünf Symphonieorchestern sowie
zahlreichen kleineren Orchestern und zeichnet es sich durch herrliche
Konzertsäle, bezahlbare Preise und hohe Aufführungsstandards
aus.
Trotz alledem ist Großbritannien nicht für große
Komponisten bekannt. Händel reiste 1710 nach London, erhielt
1727 die britische Staatsbürgerschaft und starb dort 1753.
Viele seiner italienischen Opern und Oratorien wurden in London
komponiert. Johann Sebastian Bachs jüngster Sohn, Johann
Christian, arbeitete ebenfalls in London, wodurch er den Spitznamen
English Bach" bekam. Auch Haydn komponierte zwischen
1791 und 1792, sowie zwischen 1794 und 1795 in London, wo auch
seine letzten 12 Symphonien entstanden (Nr. 104 wird daher auch
als Londoner Symphonie bezeichnet).
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Wenn man dagegen an die Komponisten denkt, die in London auch
geboren wurden, fallen einem vor allem Purcell (1659-95), Ame
(1710-78), Elgar (1857-1934) und Vaughan Williams (1872-1958)
ein, der ebenfalls eine Londoner Symphonie komponierte. Unter
den Komponisten des letzten Jahrhunderts stößt man
auf Benjamin Britten, Verfasser der Oper Peter Grimes und
Herausgeber des Orchesterstückes Young Person's Guide
to the Orchestra, und auf William Walton, der auch für
Oper und Ballett arbeitete. Edward Elgar schrieb Land of Hope
and Glory, Großbritanniens inoffizielle Nationalhymne
und gleichzeitig Abschlußmelodie der Last Night of
the Proms".
Eigentlich kann man die komischen Opern, die W. S. Gilbert und
Arthur Sullivan zwischen 1875 und 1896 komponierten, nicht der
Klassik zuordnen, aber eben auch nicht dem Pop. Trotzdem verdienen
sie hier Erwähnung, weil beide Autoren Londoner waren, deren
Werke ab 1882 im Savoy Theatre aufgeführt wurden.
The Yeomen of the Guard, 1888 geschrieben, ist bislang das einzige
Musical, das im Tower of London spielt. Wenn man die Möglichkeit
hat, es sich anzusehen und anzuhören, sollte man sie trotz
eventueller Vorbehalte ergreifen - die Lieder sind sehr eingängig.
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Über die Jahre hinweg erzielten britische Musiker einen
enormen Einfluß auf die Popmusikszene - seltsamerweise einen
viel größeren, als es bei der klassischen
Musik jemals der Fall gewesen ist.
Nach Cliff Richard, Großbritanniens blasser Antwort auf
Elvis Presley, übernahm das Land die Führung in der
Musikszene, die aus den USA herüberschwappte. In den Swinging
Sixties kamen die Beatles, die Rolling Stones, The Who und die
Kinks zu Ruhm. Die späten Sechziger und die überbordenden
Siebziger brachten sternenglanzüberströmte Stars wie
David Bowie, Marc Bolan ant T.Rex, Elton John und Bryan Ferry
neben Bands wie Fleetwood Mac, Pink Floyd, Deep Purple, Led Zeppelin
und Genesis hervor. Danach kamen der Punk und dessen bekannteste
Vertreter, die Sex Pislols, The Clash, UK Subs und The Jam empor.
Die turbulente, sich ständig wandelnde Musikszene der achtziger
erlebte neben dem politisch links stehenden "Agit-Pop"
eine neue Romantik. Es entwickelte sich ein Chaosclub und die
Rave-Szene mit House- und Technopanies. Neue Bands, die diesen
Stil vertraten, waren unter anderem The Police, Eurythmics, Wham!,
Duran Duran, Dire Straits, UB40 und The Smiths.
Die Amerikaner eroberten die Führung in der Musikszene mit
ihrem Seattle Grunge rund um Nirvana und Pearl Jam zeitweilig
zurück, aber in den letzten Jahren entstanden viele typisch
englische Indie-Pop-Bands wie z. B. Suede, Pulp, Blur, Elastica
und vor allem Oasis. "Buy British" hieß es auf
einmal wieder in den Plattenläden.
Wie in allen anderen Sparten, so beansprucht London auch hier
das Beste für sich. Zwar sind natürlich nicht alle Mitglieder
der genannten Bands Londoner, aber je größer der Erfolg
wird, desto schneller ziehen die Stars in die Hauptstadt. Die
Gallagher Brothers stammen zwar zweifelsohne aus Manchester, aber
Supernova Heights liegt in Belsize Park und nicht in Burnage.
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