Kleine Rundgänge durch die Stadt

 

Westminster - Zentrum der Macht

Big BenMit der U-Bahn fahren wir zur Station Westminster (District oder Circle Line). Man verläßt die Station direkt an Big Ben und dem Houses of Parliament. Neben der Tower Bridge ist Big Ben Londons berühmtestes Wahrzeichen. Der Uhrturm aus dem Jahre 1859 heißt eigentlich Clock Tower. Big Ben ist die 13 Tonnen schwere Glocke, die nach Sir Benjamin Hall benannt wurde, jenem Mann, der damals für öffentliche Gebäude zuständig war. Wenn das Parlament tagt, leuchtet im Turm eine Lampe.
Nelsons ColumnMit einem kurzen Weg über die Westminster Bridge hat man einen sehr schönen Blick auf das Houses of Parliament vom anderen Themse-Ufer aus. Das Gebäude wurde ursprünglich als Palace of Westminster von Edward the Confessor im 11. Jahrhundert erbaut und diente bis zur Zeit Heinrich VIII. als Residenz der britischen Monarchen. Der Palast brannte 1834 fast vollständig aus und wurde im jetzigen neogotischen Stil von Charles Barry 1852 wieder aufgebaut. Wenn das Unterhaus tagt, weht auf dem südlichen Victoria Tower der Union Jack. Das Gebäude wurde übrigens nicht ohne Hintergedanken direkt an der Themse errichtet. So war es einem aufgebrachten Mob nicht möglich den ganzen Palast zu umzingeln, der bedrohte König, und später dann die Parlamentarier, konnten immer noch mit Hilfe von Booten das Gebäude verlassen, um sich abzusetzen! Hier steht man außerdem zu Füßen des London Eye, des größten Riesenrades der Welt! Von da oben hat man einen herrlichen Blick über die Weltmetropole. Nach einer entspannenden Fahrt im Riesenrad gehen wir wieder zurück über die Westminster Bridge. Am Parliament Square schließt sich die Westminster Abbey an, der Bestattungsort der englischen Könige.
Der Weg über Parliament Street und Whitehall Richtung Norden führt an den großen Ministerien vorbei. Links in der King Charles Street befinden sich die Cabinet War Rooms. In den mit dicken Betonwänden und -decken verstärkten Kellergewölben tagte Winston Churchills Kriegskabinett von 1939 bis 1945 und trotze so den deutschen Luftangriffen. Die Räume sind sehr detailgetreu eingerichtet, es gibt auch eine interessante Führung. Die nächste Querstrasse links ist die Downing Street, dessen Hausnummer 10 der Sitz des englischen Premierministers ist. Im Nachbarhaus, der Downingstreet No. 11, wohnt übrigens der Schatzkanzler. Dank der Bombenattentate der IRA darf die Downing Street von der Öffentlichkeit nicht mehr betreten werden. Weiter geht es vorbei an der Royal Horse Guard, der königlichen Kavallerie. Ein kurzer Gang durch das Portal kann sich lohnen, da im Innenhof des öfteren kleine Paraden abgehalten werden. Folgt man Whitehall weiter nach Norden, kommt man zum Trafalgar Square, mit der Nelsons Column, der Statur Admiral Nelsons, der die Seeschlacht von Trafalgar gegen die übermächtige spanische Armada gewann, dabei aber selbst ums Leben kam.
Um Trafalgar Square herum gruppieren sich die National Gallery im Norden und die kleine Kirche Saint-Martin-In-The-Field im Nordosten, in der häufig Konzerte gegeben werden. Ein Blick in die Kirche kann sich also lohnen. Am Charing Cross Station kann man dann wieder die U-Bahn nutzen.

 
 
Der Buckingham Palace - Sitz der Königin

Wache am Buckingham PalaceMit der U-Bahn zur Station Victoria (District, Circle oder Victoria Line). Ein kurzer Blick in den Bahnhof Victoria Station kann sich lohnen. Ein Bahnhof, der täglich von zigtausend Pendlern genutzt wird. Im oberen Geschoß des Bahnhofs gibt es einige nette Restaurants. Wir folgen der Buckingham Palace Road nach Norden, vorbei an den Royal Mews, den königlichen Stallungen. Hier kann neben historischen Kutschen auch der aktuelle Fuhrpark des Königshauses besichtigt werden, zu dem nicht weniger als 20 verschiedene Rolls Royce gehören.
Wir halten uns links und kommen so zum Buckingham Palace. Seit Königin Victoria die Residenz der britischen Monarchen in London. 1703 wurde der Palast aus Backstein errichtet, 1825 von John Nash umgebaut. Die heutige Fassade von Sir Aston Webb stammt aus dem Jahre 1913, wobei das, was Besucher sehen, eigentlich die Rückseite des Parlastes ist. Ist die Queen zu Hause, weht die königliche Standarte über dem Gebäude, sonst ist es der Union Jack. 1993 gab die Königin einige der rund 600 Räume für die Öffentlichkeit frei, um Gelder für die Renovierung des teilweise abgebrannten Schlosses Windsor aufzubringen. Besichtigungen sind nur im August und September möglich, wenn die königliche Familie Sommerferien in Schottland macht. Ein besonderes Erlebnis ist die Wachablösung (Changing of the Guard). Sie findet von Mitte April bis Ende Juli täglich um 11:30 Uhr statt, von August bis April hingegen nur jeden zweiten Tag.
Die beiden königlichen Parks St. James Park und Green Park laden dann dazu ein, sich vom Großstadtstreß zu erholen. Gerade St. James Park ist meiner Meinung nach der schönste Park Londons.
Je nachdem, für welchen Park man sich entschieden hat, bieten sich die am Park gelegenen U-Bahn-Stationen Green Park oder St. James Park an, um weitere Sehenswürdigkeiten anzusteuern. Oder aber man flaniert The Mall entlang vorbei am St. James's Palace, der Stadtresidenz Prinz Charles, und gelangt so schließlich durch den Admirality Arch zum Trafalgar Square.

 

Der Tower of London und die Towerbridge

Tower of LondonMit der U-Bahn fahren wir zur Station Tower Hill (District oder Circle Line). Den Schildern nach Süden folgend, gelangt man zwangsläufig zum Tower of London, der ehemaligen Festung und Gefängnis der Stadt. Heute kann man neben historischen Waffen die Kronjuwelen im Tower besichtigen. Der Eintritt ist sehr hoch, meiner Meinung nach zu hoch dafür, daß man sich "nur" eine Menge Diamanten ansehen kann. Auch sollte man früh erscheinen, da es an den Kassen schnell zu sehr langen Schlangen kommt.
Umrundet man den Tower gegen den Uhrzeigersinn, so kommt man am Themseufer entlang zur Tower Bridge. In der Tower Bridge ist auch ein Museum, das Geschichte und Funktionsweise der Brücke teilweise an praktischen Beispielen erklärt. Außerdem hat man von der Tower Bridge einen phantastischen Blick über die City of London und die Docklands. Ist man durch das Museum gegangen, befindet man sich auf der Südseite der Themse. Vom Park des Lambeth College aus hat man einen schönen Blick auf den Tower of London. Ein kurzer Spaziergang durch die Speicherstadt des Butler's Wharf bietet sich an. Hier sind in den alten Gebäuden viele Penthäuser und Luxuswohnungen entstanden. Sehr zu empfehlen ist auch ein Spaziergang durch die St. Katharine's Docks auf der Nordseite der Themse. Hier kann man seine Yacht gleich vor der Haustür festmachen. Die Gegend wieder Verlassen kann man mit der U-Bahn über die Station Tower Hill.
Oder aber man steigt an der Station Tower Gateway in die Dockland Light Railway (DLR) Richtung Island Gardens. Bei dieser Bahn handelt es sich um eine voll computergesteuerte Hochbahn, die in die Docklands, dem neuen Finanz- und Dienstleistungszentrum Londons, führt. Auf der Fahrt kann man sich etwas erholen und vom Gegensatz ärmlicher Wohnblocks des alten East Ends und der modernen Architektur des Canary Wharf Towers beeindrucken lassen. Je nachdem, wie weit man fahren möchte, steigt man Canary Wharf oder Island Gardens aus, um den Gegenzug in Richtung Tower Gateway oder Bank zu nehmen.

 

Die City of London - Das Finanzzentrum Europas

St. Paul CathedralDieser Rundgang führt uns in die City of London, dem Bankenviertel Londons. Mit der U-Bahn geht es zur Station Bank (Central oder Northern Line). Man verläßt die U-Bahn-Station direkt vor der Bank of England und dem Mansion House, dem Amtssitz des Bürgermeisters vor City of London. Ein kurzes Stück die Threadneedle Street hinauf kommt man links an der Bartholomew Lane vorbei. In dieser Straße befindet sich das kleine aber feine Bank of England Museum, in der die Geschichte des Geldes nachgezeichnet wird. Der Eintritt ist meines Wissens frei.
Weiter die Threadneedle Street entlang kommt man an der Stock Exchange vorbei, der ersten Börse der Welt. Nun biegen wir rechts in die Bishopsgate und folgen ihr in die Gracechurch Street. Der Torbogen gleich links führt in den Leadenhall Market. Einer der schönsten überdachten Märkte Londons und ein Paradebeispiel viktorianischer Architektur. Erbaut 1881 von Sir Horace Jones, bilden die eleganten Arkaden und gußeisernen Säulen unter der gläsernen Kuppel ein harmonisches Ensamble. In der heutigen Halle befinden sich viele erstklassige Gourmet-Geschäfte, Pubs und Snackbars. Ab 13 Uhr trifft sich hier die Finanzwelt im schwarzen Anzug zu einem Bier und bespricht die Probleme der Welt. Leadenhall Market ist aber auch außerhalb der Mittagszeit sehr sehenswert.
Geht man durch die Passage Richtung Osten, kommt man direkt neben dem Lloyds Building heraus, der Zentrale der bekannten Versicherung. Das Gebäude steht mit seiner sehr modernen, eigenwilligen Architektur im krassen Gegensatz zum victorianischen Stil des Leadenhall Market. Über die Leadenhall Street Richtung Westen oder den Leadenhall Market gelangen wir wieder auf die Gracechurch Street, der wir links herum Richtung Süden folgen. Über die Kreuzung hinüber kommen wir zum Monument.
Die mit etwa 61 Metern höchste freistehende Säule der Welt soll an das große Feuer von 1666 erinnern, das 5 Tage wütete und 4/5 des mittelalterlichen Londons vernichtete. Man kann sie über die 311 Stufen erklimmen, aber der Ausblick wird durch die hohen Gebäude der Nachbarschaft stark beeinträchtigt. Doch auch von Unten ist die Säule beeindruckend.
Gen Süden schließt sich die London Bridge an, die erste Brücke Londons. Noch von den Römern erbaut, bildete sie den Ausgangspunkt für die Stadtgründung. Die alte Brücke fiel auch dem Feuer von 1666 zum Opfer, die heutige London Bridge hat also nichts mehr mit der alten Brücke zu tun. Von der Brücke aus hat man noch einmal einen recht guten Blick auf die Tower Bridge. Über die U-Bahn-Stationen Monument auf dem Nordufer oder London Bridge auf dem Südufer der Themse kann man schließlich den Weg zu weiteren Sehenswürdigkeiten beschreiten.

 
 
Kensington - Das königliche Stadtviertel

Mit der Central, Circle oder Piccadilly Line fährt man zur Station South Kensington. Gleich hinter der Kartenkontrolle gehen wir rechts durch den Fußgängertunnel den Schildern nach zum Victoria and Albert Museum. Beim Verlassen des Fußgängertunnels erheben sich im Osten das Victoria and Albert Museum und im Westen das Natural History Museum mit ihren prunkvollen Fassaden. Beide Museen sind äußerst empfehlenswert, doch braucht man recht viel Zeit, um sie zu erkunden.
Royal Albert HallWir folgen der Cromwell Road westwärts und biegen rechts in die Queen's Gate. Hier genießen wir die für South Kensington typischen weißen Häuser mit ihren vielen Säulenportalen, hinter denen sich häufig Botschaften verschiedenster Länder verstecken. Nach einiger Zeit biegen wir rechts in die Prince Consort Road. Dann geht es links die Freitreppe hinauf direkt auf die Royal Albert Hall zu. In dieser victorianischen Konzerthalle finden im Sommer fast täglich die berühmten Promenaden-Konzerte statt. Einen Besuch der Royal Albert Hall kann ich nur empfehlen. Einfach mal an der Konzertkasse rechts vom Eingang fragen, wann Konzerte sind und ob es noch Karten gibt. Selbst von den "billigen Plätzen" ist ein Konzert in der Royal Albert Hall ein Erlebnis.
Gegenüber der Royal Albert Hall im Hyde Park steht das Albert Memorial, ein beeindruckendes Denkmal zu Ehren König Alberts, dem Mann der legendären Queen Victoria. Hinter dem Memorial erstreckt sich der geradezu unverschämt große Hyde Park mit seinen Kensington Gardens. Nun kann man sich überlegen, ob man quer durch den Hydepark schlendert zur U-Bahn-Station Lancaster Gate oder Queensway , oder man folgt der Kensington Road/Knightsbridge Richtung Osten bis zur U-Bahn-Station Knightsbridge. Geht man von der U-Bahn-Station Knightsbridge ein kleines Stück die Brompton Road hinunter, kann man sich mit einem kleinen Einkaufsbummel im Kaufhaus Harrods belohnen. Gerade die Lebensmittelabteilung ist ein Genuß, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Shopping in London - Ein Gang durch die schönsten Läden der Welt

Wir fahren bis zur U-Bahn-Station Tottenham Court Road Central oder Northern Line). Von hier aus folgen wir der Oxford Street in Richtung Westen, der Haupteinkaufsstraße Londons. Vorbei an den vielen Schaufenstern der großen Kaufhäuser und kleinen Läden gelangen wir zum Oxford Circus. Hier biegen links in die Regent Street, die wir ein kleines Stück Richtung Süden folgen. Dann biegen wir wieder links in die Great Marlborough Street und stehen vor der Fachwerkfassade des Kaufhauses Liberty aus der Tudor-Zeit. Das faszinierende Innere des Kaufhauses verliert bei einem Blick auf die Preisschilder aber schnell seinen Reiz, deshalb biegen wir von der Marlborough Street gleich rechts in die Carnaby Street ein. Die berühmt-berüchtigte Einkaufsstraße lebt leider nur noch von ihrem Mythos aus den 60ern. Ein großer Investor will aber die Carnaby Street kaufen und zu neuem Leben erwecken.
BobbyDa wir so lange nicht warten können, biegen wir am Ende der Carnaby Street wieder rechts ab und kommen so wieder auf die Regent Street, der wir links herum nach Süden folgen, vorbei an den großen Geschäften von Walt Disney und Warner Bros., in denen man so ziemlich alles zu Mickey Mouse und Bugs Bunny bekommt. Am Ende der Regent Street liegt schließlich Piccadilly Circus mit seinen riesigen Reklamewänden.
Nun kann man sich überlegen, ob man in die Welt der Reichen eintreten will. Dann folge man der Straße Piccadilly nach Südwesten. Vorbei an den edlen Geschäften sieht man rechts die Royal Academy of Arts, in der es immer wieder schöne Kunstausstellungen gibt. Gegenüber, an der Ecke Piccadilly und Duke Street, liegt das Kaufhaus Fortnum & Mason. Wem das Kaufhaus Liberty gefiel, der sollte auch hier mal hinein schauen.
Direkt neben der Royal Academy of Arts geht es rechts in die Burlington Arcade, die wohl britischste Einkaufspassage der Welt, im Jahre 1819 eröffnet und äußerst sehenswert. Am Ende der Burligton Arcade gehen wir links herum und stehen auf der Bond Street. Hier kann man bereits an den Rolls Royce auf der Straße erkennen, wer hier einkauft. Der Juwelier Tiffanies gehört wohl noch zu den günstigeren Geschäften dieser Straße. Man kann nun der Bond Street nach Norden Folgen, bis man wieder auf der Oxford Street ist, um dann in der Station Bond Street die U-Bahn zu besteigen, oder man wählt den kürzeren Weg zur Station Green Park um die U-Bahn zu erreichen und mit der Piccadilly Line zurück zum Piccadilly Circus zu fahren.
Die andere Möglichkeit am Piccadilly Circus ist sich nach Osten zu wenden und vorbei am Trocadero Center Richtung Leicester Square (E 7/8) zu gehen. Der Trocadero Center, eigentlich eine Einkaufspassage, ist wie ein lebendig gewordenes Videospiel und bildet damit den perfekten Gegensatz zur altehrwürdigen Burlington Arcade. Überhaupt ist alles rund um Leicester Square jugendlicher, lauter, greller und bunter. So befinden sich die meisten Kinos, Restaurants, Musicals und Discotheken rund um Leicester Square, so daß auch Nachts hier das Leben pulsiert. Es lohnt sich, auch nach 20 Uhr hier mal vorbeizuschauen. Außerdem befindet sich in dem Dreieck zwischen Leicester Square, Shaftsbury Avenue und Charing Cross Road das Chinatown Londons mit seinen unzähligen chinesischen Restaurants.

 

 
13.05.2007 © www.virtualtwilight.de