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Was ist ein Rollenspiel?
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Ein Rollenspiel hat nichts mit Theater zu tun, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne, denn die Schauspielerei gehört doch zumindest etwas dazu. Auch hat ein Rollenspiel nichts mit "Schwarzer Magie" und " Satanismus" zu tun, auch wenn man das uns Rollenspielern immer wieder anhängen will. Doch was ist denn nun ein Rollenspiel?

Wie oft haben wir schon ein Buch gelesen oder einen Film gesehen und mit dem Helden mitgefiebert. Wohl jeder kennt die Situation, der Held will die Tür zu einem Raum voller Gangster öffnen, und wir sind kurz davor ihm eine Warnung quer durch den Kino-Saal zuzurufen, oder aber wir ärgern uns über die Dummheit des Helden, schließlich weiß doch jeder, daß der Raum voller Gangster ist.

Doch ob wir ihm diese Warnung nun zurufen oder nicht, an der Handlung des Helden ändert dies nichts. Beim Rollenspiel ist das etwas anderes! Hier können SIE die Rolle des Helden übernehmen, seine Handlungen bestimmen, die Welt vor finsteren Gesellen retten und Reichtum, Ruhm und Ehre anhäufen.

Ein Rollenspiel ist eine besondere Art des Gesellschaftsspiels. Man braucht dazu allerdings kein Spielfeld, sondern nur Papier, Bleistifte und Würfel. Beim Rollenspiel gibt es zwei Arten von Spielern. Die meisten übernehmen die Rolle von Charakteren, die versuchen, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen. Sie sind also die Helden eines Buches oder eines Films. Einer der Spieler ist der Spielleiter. Er stellt den Spielern die Aufgaben, die sie lösen müssen, beschreibt die Situationen, Personen, Wesen und Schauplätze des Abenteuers und entwickelt den groben Handlungsstrang. Er ist also der Autor des Romans oder des Drehbuches. Die Position des Spielleiters ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Er muß das Spiel moderieren, auf die Aktionen der Spieler reagieren, den Handlungsstrang im Auge behalten und die Situationen möglichst anschaulich beschreiben, um eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Trotzdem ist der Spielleiter nicht alleine für das Gelingen des Rollenspiels verantwortlich. Die Spieler sollten auf die Beschreibungen des Spielleiters eingehen und versuchen, die Charakterzüge der Personen, die sie spielen, darzustellen. Hier kommt dann der schauspielerische Teil des Rollenspiels zum Tragen. Natürlich trägt ein guter Spielleiter viel zu einem guten Rollenspiel bei, aber auch der beste Spielleiter ist machtlos, wenn die Spieler nicht entsprechend auf ihn eingehen.

 

Ein Rollenspiel lebt also von der Interaktion zwischen Spielleiter und Spielern, aber auch zwischen den Spielern. Dies macht den Reiz eines Rollenspiels aus und unterscheidet ein Rollenspiel gleichzeitig von allen anderen Gesellschafts- oder Computerspielen. Die Spieler versuchen also, die vom Spielleiter gestellten Aufgaben und Probleme zu lösen. Dabei kommt es darauf an, daß die Spieler zusammenarbeiten, denn jeder ihrer Charaktere ist mit bestimmten Dingen ausgestattet, die die Charaktere gut können, den sogenannten Eigenschaften. Diese Eigenschaften geben an, ob einer der fiktiven Charaktere besonders gut laufen, springen oder kämpfen kann, oder ob ein Charakter ein Computerspezialist, ein Pilot oder ein Historiker ist. Werden diese Eigenschaften ins Rollenspiel eingebracht, so kommen die Würfel ins Spiel. Sie bringen das Zufallsmoment ins Spiel und symbolisieren, ob ein Charakter heute einen guten Tag hat und heute besonders schnell laufen kann, oder ob jemand mies drauf ist und mit seinem Flugzeug nur eine Bruchlandung hinbekommt. Spielen die einzelnen Spieler aber gut zusammen, können solche "schlechten Tage" einzelner Charaktere gut aufgefangen werden und am Ende wird die Welt vor dem Zugriff des Schurken gerettet, bzw. die vom Spielleiter gestellten Aufgaben gelöst.

Diese kurze, möglichst allgemein gehaltene Vorstellung von Rollenspielen ist hoffentlich nicht zu verwirrend, sondern hat einen kleinen Einblick in dieses sehr schöne Hobby gegeben. Vielleicht hat dieser Absatz hier ja auch etwas Appetit gemacht, und Sie möchten mit ein paar Freunden zusammen auch mal einen Rollenspielabend genießen. Die Regelwerke zu den verschiedenen Rollenspielsystemen bekommen sie häufig schon im Spielwarenhandel, an sonsten gibt es in jeder größeren Stadt auch entsprechende Spezialgeschäfte, die alles rund ums Rollenspiel verkaufen. Schließlich gibt es natürlich auch noch das Internet, über das man nicht nur Informationen zu Rollenspielen bekommt, sondern auch so ziemlich alles bestellen kann.

Star Wars RollenspielJetzt müssen Sie sich nur noch entscheiden, in welcher Welt ihr Rollenspiel angesiedelt sein soll. Es gibt zum Beispiel die klassischen Fantasy-Rollenspiele, in denen man als Krieger oder Magier die bösen Mächte vertreibt. Hier wäre MERS (Mittel - Erde - Rollen - Spiel) zu nennen, daß wie der Name schon sagt in der Welt des Herrn der Ringe von J.R.R. Tolkien angesiedelt ist. Ebenso zu nennen wären hier die rein deutschen Publikationen MIDGARD und DSA (Das Schwarze Auge), wobei DSA das beliebteste Fantasy-Rollenspiel in Deutschland ist und am reichhaltigsten mit Abenteuern und Hintergrundinformationen unterstützt wird. Die Liste der Fantasy-Rollenspiele könnte noch bis ins unendliche weitergeführt werden.

Einen äußerst interessanten Hintergrund hat das Rollenspiel Ruf des Cthulhu (nein, kein Tippfehler) bzw. Call of Cthulhu, wie es im englischen Original heißt. Die Spieler werden in die Zeit zwischen den Weltkriegen zurückversetzt und sehen sich mit den Monströsitäten des Horrorautors H.P. Lovecraft konfrontiert. Ein historisch etwas bewanderter Spielleiter kann dieses Rollenspiel zu einem besonderen Erlebnis machen, außerdem gibt es die Möglichkeit in den 1890er Jahren zu spielen, oder das ganze in unsere heutige Zeit zu verlegen.

Dann gibt es die sogenannten "Near Future" Rollenspiele. Shadowrun ist hier zu nennen, das beliebteste Rollenspiel in Deutschland. Es spielt in den 2060ern, in denen man mit Hilfe der Cybertechnologie der Natur auf die Sprünge helfen kann und seinen Körper entsprechend mit Technik aufrüstet. Der Terminator läßt grüßen. Einen ähnlichen Hintergrund hat auch Cyberpunk, das sich gegen Shadowrun aber nie so richtig durchsetzen konnte.

Schließlich sind noch die klassischen Science-Fiction Rollenspiele zu nennen. Hier gibt es zum einen natürlich Star Wars - Das Rollenspiel, nach der gleichnamigen Filmserie. Wer also als Han Solo oder Prinzessin Leia das böse galaktische Imperium bekämpfen möchte ist hier genau richtig. Aber auch Traveller bzw. MegaTraveller darf nicht vergessen werden.

Wer sich absolut nicht entscheiden mag, in welcher "Epoche" sein Rollenspielsystem angesiedelt sein soll, oder wer einfach gerne in verschiedenen "Welten" spielen möchte, ohne immer wieder neue Regelsysteme lernen zu müssen, der sollte auf ein so genanntes Universalsystem zurückgreifen. Hier wäre GURPS zu nennen. Das grundlegende Regelsystem ist hier recht einfach, und je nach Hintergrund kommen neue Attribute und Fertigkeiten hinzu oder werden weggelassen. So läßt sich mit dem gleichen Regelwerk von klassischer Fantasy über Martial Arts bis zu Science Fiction jeder Hintergrund mit ein und demselben System spielen.

Natürlich gibt es noch Unmengen an weiteren Rollenspielsystemen. Dies ist nur eine kleine Auswahl, mit denen ich selbst direkt in Kontakt getreten bin. Am besten ist, man probiert selbst das eine oder andere System aus, da neben den verschiedenen Welten, in denen die Systeme angesiedelt sind, auch die Regeln sehr unterschiedlich sind und sich verschiedener Beliebtheit erfreuen.

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MERS ©1995 Queen-Carroms Spielwaren GmbH, Troisdorf - Das Schwarze Auge ©1988 Droemersche Verlagsanstalt, München - Ruf des Cthulhu ©1999 Pegasus Spiele GmbH, Friedberg - Call of Cthulhu ©1981, 1983, 1992, 1993, 1995, 1998 Chaosium Inc., USA - Shadowrun ©1993 Fantasy Productions,Düsseldorf - Star Wars ©1993 Lucasfilm, Ltd., USA - Traveller ©1985 Fantasy Productions, Düsseldorf - MegaTraveller © Game Designers' Workshop, USA


13.05.2007 © www.virtualtwilight.de