|
Der
Brite Alec Guinness debütierte bereits 1934 auf britischen
Bühnen. Wie jeder gute englische Schauspieler begann er als
Shakespeare-Darsteller, er erkannte aber früh, daß der
Film zum entscheidenden Medium für einen Schauspieler werden
würde und wechselte. So folgte dann 1946 das Filmdebüt
in Great Expectations. Seine schauspielerischen Leistungen
waren von einem so hohen Stellenwert, dass er bereits 1959 zum Ritter
geschlagen wurde und seit dem den Titel Sir tragen durfte. Für
seine Rolle des disziplinierten Colonel Nicholson in Die Brücke
am Kwai bekam Sir Alec Guinness einen Oskar. Unvergessen auch
seine Filme Ladykillers, Tunes of Glory oder Adel
verpflichtet. In letzterem übernahm er sogar die Darstellung
der ganzen Familie d'Ascoyne, insgesamt acht Sprechrollen. Ein Beweis
für seine Ausnahmestellung als Schauspieler.
Seine erfolgreichsten Filme wurden Lawrence von Arabien,
Doktor Schiwago, Passage nach Indien und natürlich
die Krieg der Sterne - Trilogie. Die Rolle des Obi-Wan
Kenobi machte ihn nicht nur einem jungen Kinopublikum bekannt,
sondern auch finanziell unabhängig. Er verzichtete zwar auf
eine Gage, ließ sich aber einen zweiprozentigen Anteil am
Einspielergebnis zusichern.
Sir Alec Guinness verlieh der Rolle des Obi-Wan Kenobi die
britische Ruhe, Würde und Selbstsicherheit, die ein Jedi-Ritter
ausstrahlen sollte. Trotzdem haßte er die Star Wars-Filme
von ganzem Herzen. Fanpost pflegte er ungeöffnet wegzuwerfen
und er reagierte jedesmal recht ungehalten, wenn man ihn auf diesen
"fürchterlichen Mist" ansprach.
Am 6. August 2000 stieg der "Mann mit den 1000 Gesichtern",
wie er von seinen Fans genannt wurde, endgültig von der Bühne.
Er war der große britische Schauspieler der Nachkriegszeit.
Doch mit dem jungen Ewan McGregor verpflichtete
George Lucas erneut einen britischen Schauspieler für
die Rolle des Obi-Wan Kenobi. Ohne Sir Alec Guinness zu nahe treten
zu wollen besitzt der junge McGregor durchaus
das Potenzial der neue "Mann mit den 1000 Gesichtern"
zuwerden, wie er in zahlreichen Produktionen bereits bewies.
|