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A Beautiful Day at the Discotheque


-Biographie-
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Inhalt:
1. Der Weg nach oben
2. Am Ziel angekommen
3. Die Superstars
4. Der neue Traum


Am Ziel angekommen

Nach der Live-EP Under a blood red sky steuerten U2 die zweite Phase ihrer Karriere an. Sie waren Stars geworden, gern gesehen in jeder Show und auf jedem Festival, sowohl in Irland und England, als auch auf dem europäischen Kontinent, ja sogar in Amerika verehrte man die Band. U2 waren ganz oben angekommen. Doch die Band hatte das Gefühl in einer musikalischen Sackgasse zu stecken. Der U2-Sound, der sie berühmt gemacht hatte, war ausgefeilt. Er ist mit den Alben War und Under a blood Red sky perfektioniert worden, so dass die Band anfing zu experimentieren. The Edge begann mit einigen musikalischen Nebenprojekten, die ihn davon überzeugten für das nächste U2-Album einen neuen, innovativen Produzenten zu brauchen. Man wollte sich nicht musikalisch immer wieder neu erfinden, sondern neue, kreative Elemente in den eigenen Sound einbauen. So nahm man Kontakte zu Brian Eno auf, der durch seine Pionierarbeit am Synthesizer bei Roxy Music bekannt geworden war und bereits mit David Bowie und den Talking Heads zusammen gearbeitet hatte. Brian Eno war wenig begeistert von der Idee eine klassische Rockband wie U2 zu produzieren, doch er Slane Castle, Irlandwilligte ein, wenigstens ein Gespräch mit der Band in Dublin zu führen. Beeindruckt von der Ehrlichkeit und dem tiefen Glauben an ihre Musik willigte Eno schließlich ein, doch ein Album mit U2 zu produzieren. Positiv zu diesem Entschluß beigetragen hat wohl auch der kurz vorher neu ausgehandelte Vertrag zwischen Island Records und dem U2-Manager Paul McGuinness, der U2 nicht nur traumhafte Tantiemen für die nächsten Album sicherte, sondern der Band auch alle künstlerischen Freiheiten gab. Unabhängig von jeglicher Einflußnahme der Plattenfirma auf das neue Album zog sich die Band zusammen mit Produzent Brian Eno und dessen kanadischem Techniker Daniel Lanois aufs Land nach Slane Castle zurück, um in dem abgelegenen Schloß einen neuen, impressionistischen Sound zu produzieren.
Der Titel des neuen Albums sollte The unforgettable Fire sein. Der Titel war angelehnt an eine Ausstellung des Peace Museum in Chicago, das unter dem Motto The unforgettable Fire Gemälde und Zeichnungen von Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zeigte. Die Sessions für das neue Album in Slane Castle verliefen nicht ohne Schwierigkeiten. Im Mai 1984 begann man mit den ersten vielversprechenden Aufnahmen, mußte aber im Juni unter Zeitdruck in die Studios in der Windmill Lane umziehen, um die Aufnahmen doch noch termingerecht im Juli 1984 zu beenden. Danach gab Brian Eno den Songs und dem Sound noch den letzten Schliff. Erste Singleauskopplung des Albums war Pride (in the Name of Love). Der dem amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King gewidmete Song stellt musikalisch einen Brückenschlag zwischen dem alten U2-Sound des War-Albums und dem neuen Eno-Sound da. Deshalb wurde er als erste Single ausgewählt, um alte Fans nicht zu verschrecken und alte und neue Fans zum neuen Album hin zu führen, das wenig später erschien. Obwohl der Song nicht gerade der übliche Stoff war, der zu der zeit in den Charts war, erreichte die Single die Top 5 und ebnete den Weg für das im Oktober 1984 erscheinende Album, das prompt Platz 1 der Charts eroberte. Das sehr emotionale und atmosphärisch dichte Album hatte in Pride (in the Name of Love) und dem szenischen Bad, das einen Freund durch die desolate Welt der Heroinsucht begleitet, zwei große Songs, die Produzent Brian Eno aus U2 herausgekitzelt hatte und perfekt in Szene setzte. U2 hatten das Feuer und Gefühl wiederentdeckt und mit spontaner Energie gekoppelt.
Bono beim Live Aid FestivalDie folgenden sechs Monate verbrachte die Band auf Tournee in Australien, Neuseeland, Europa und den USA. Im April 1985 spielten sie im Madison Square Garden in New York. Das Konzert war in nur einer Stunde ausverkauft. U2 schmückten das Titelblatt des Rolling Stone Magazines und die Zeitschrift kürte sie zur Band der 80er. Ende Juni schließlich spielte die Band im Dubliner Cork Park vor 55.000 Zuschauern ihre bisher größte Show in Irland. Doch der Gipfel ihrer Karriere sollte immer noch nicht erreicht sein.
Im November 1984 hatten Bono und Adam bei Bob Geldofs Band Aid Benefiz-Single Do they know it's Christmas mitgewirkt. Als dieser das Live-Aid-Festival veranstaltete, um sich für die Opfer der Hungersnot in Äthiopien einzusetzen, sollten U2 auch zu den Künstlern gehören, die auf dem Festival auftraten. Die Benefizveranstaltung wurde aus dem Londoner Wembley-Stadion und dem JFK-Stadion in Philadelphia in die ganze Welt übertragen. U2 zählten zu den 22 Künstlern, die für die Wembley-Bühne vorgesehen waren. Mit den Titeln Sunday bloody Sunday, Bad und Pride (in the Name of Love) sollte der Auftritt der Band nur 15 Minuten dauern, schließlich sollten die anderen Stars auch zu ihrem recht kommen. U2 begannen mit Sunday bloody Sunday, ihrer Hymne gegen Gewalt, und ließen den Song in Bad übergehen. Bono versuchte, mit den 72.000 Zuschauern im riesigen Rund der Wembley Arena zu kommunizieren. Er wanderte am Bühnenrand entlang und flechtete Passagen anderer Songs ein, wie er es häufig auf U2-Konzerten tat: Satellite of Love, gefolgt von Ruby Tuesday und Sympathy for the Devil. Bono schien die 15 Minuten Regelung völlig zu vergessen, als er auch noch ein Mädchen in der vordersten Reihe bemerkte, das ihm zuwinkte. Millionen Menschen an den Fernsehgeräten konnten zusehen, wie er ins Niemandsland zwischen Bühne und Absperrung sprang, zu dem Mädchen hinüber lief und es umarmte, als würde er die ganze Welt umarmen. Dies war der Augenblick, der den Geist von Live Aid in einer einzigen Geste zusammenfaßte, ein Augenblick, der in Erinnerung blieb. In den nächsten Tagen sprach jeder von U2, von dieser tollen irischen Band, dessen Sänger das Mädchen umarmt hatte. U2 waren Mega-Stars geworden.
Zurück in Dublin arbeitet Bono am Anti-Apartheid-Projekt Sun City mit, das Little Steven organisierte. Little Steven hatte bereits namenhafte Künstler für das Projekt begeistern können, so zum Beispiel Bob Dylan, Lou Reed, Pete Townshend von The Who oder Bruce Springsteen. Bei den ersten Aufnahmen in New York besuchte Bono auch die Rolling Stones, die gerade mit dem Produzenten Steve Lillywhite, der auch die ersten U2-Alben produzierte, an ihrem Dirty Work Album arbeiteten. Bono verbrachte die halbe Nacht mit Mick Jagger und Keith Richards, sie spielten Blues-, Country- und frühe Rock'n'Roll-Songs. Später gab Bono zu, er sei nach diesem Treffen sehr frustriert gewesen, weil er keine eigenen Blues- oder Country-Songs bieten konnte und viele Klassiker nicht kannte. Zurück in seinem Hotelzimmer nahm er sich seine Gitarre und schrieb den Song Silver and Gold, Bonos erster noch zaghafter Versuch mit dem Blues. Der Titel erschien dann sogar auf dem Sun City: Artists against Apartheid Album. Eine Live-Aufnahme des Songs ist außerdem auf dem Rattle and Hum Album zu hören.
The EdgeU2 begann sich für ihre musikalischen Wurzeln zu interessieren, die sie Anfangs eher verleugnet hatten. U2 waren auch als Protest zur irischen Gesellschaft entstanden und wollten mit irischen Traditionen, wie auch mit der alten irischen Musik, brechen. Trotzdem blieb die Band von Irland beeinflußt. Die karge irische Landschaft spiegelt sich in den Songs von U2 wieder, ebenso sind bereits in Songs wie An Cat Dubh vom Boy Album Einflüsse irischer Folk-Musik zu hören. Nicht zuletzt nach den Erfahrungen, die Bono mit Keith Richards zusammen mit dem Blues gemacht hatte, wollte die Band mehr über die Wurzeln des Rock'n'Roll erfahren. Den Anfang machte Bono, der zusammen mit der irischen Sängerin Maire Ni Bhraonain die Single In a Lifetime aufnahm. Maire Ni Bhraonain ist Sängerin von Clannad, Bonos irischer Lieblingsband, die mit Theme from Harrys Game als erste irische Band die englischen Top 5 stürmten. Doch nicht nur Bono, die ganze Band vertiefte sich in umfangreiche Plattensammlungen auf der Suche nach den Ursprüngen der populären Musik. So war Larry neben seiner Begeisterung für den Blues mehr und mehr zu einem Country und Western Fan geworden und drängte nun auf die Aufnahmen einiger entsprechend unkomplizierter Songs. Die Band kam zu dem Entschluß ein Album aufzunehmen, dass die Atmosphäre von The unforgettable Fire mit der Struktur und Simplizität des Country- und Blues-Songs verbinden sollte. So setzte sich die Band Ende 1985 in Larrys Wohnung zusammen, um mit einem kleinen Verstärker und einem einfachen Kasettenrekorder den Kurs festzulegen, der schließlich zu The Joshua Tree führen sollte.
Doch die Arbeiten an einer neuen Platte wurden immer wieder von Benefiz-Konzerten unterbrochen. So spielten U2 im Mai 1986 auf dem Self-Aid-Festival in Dublin und bei der Conspiracy of Hope Tour von Amnesty International in insgesamt sechs nordamerikanischen Städten neben Sting, Lou Reed, Peter Gabriel, Elvis Costello und den Boomtown Rats. Zwar war man künstlerisch ganz oben angekommen, doch das Schicksal meinte es nicht nur gut mit der Band. Wenige Tage nach der Conspiracy of Hope Tour kam Bonos persönlicher Freund und Assistent Greg Carroll bei einem Motorradunfall ums Leben. Greg Carroll hatte die Band während der Unforgettable Fire Tour in Neuseeland kennengelernt. Da er Maori war, wurde sein Leichnam nach Neuseeland überführt, um in der Heimat seines Stammes begraben zu werden. Der Band war klar, dass das nächste Album Greg Carroll gewidmet werden würde.

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